In Städten und Agglomerationsräumen entstehen im Sommer vermehrt Hitzeinseln. Es wird zunehmend wichtiger, Gebäude und ihre Aussenräume so zu planen und zu bauen, dass sie ohne zusätzlichen Einsatz von Energie behaglich bleiben.
Behagliche Temperaturen in Innen- und Aussenräumen sind Voraussetzung dafür, dass unsere Lebensräume ihre Qualitäten behalten. Der «erweiterte sommerliche Wärmeschutz» fasst die Massnahmen zusammen, die dem St.Galler Energiekonzept folgen.
Gebäude
Fenster, Speichermasse und Dämmung bestimmen, wie stark sich Innenräume aufheizen.
Anzahl, Ausrichtung, Grösse und Anordnung der Fenster steuern den solaren Wärmeeintrag.
Viel Speichermasse in massiven Decken, Wänden und Böden hält die Raumtemperatur träge.
In Dachwohnungen hält eine leistungsfähige Dämmung die Wärme im Sommer draussen.
Aussenraum
Beschattung und Verdunstungskühlung wirken am Gebäude und in seiner Umgebung.
Pflanzen beschatten und kühlen; die Wirkung zwischen Gebäude und Aussenraum verstärkt sich gegenseitig.
Regenwasser auf den eigenen Grünflächen versickern lassen ist die einfachste Entwässerung.
Grosskronige Laubbäume transportieren Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche.
Kühlung
Wer richtig baut und begrünt, braucht kaum je eine aktive Kühlung.
Nachtauskühlung über gegenüberliegende Fenster führt die gespeicherte Wärme am effizientesten ab.
Aktive Kühlung umfasst alle mobilen und stationären Anlagen, die Kälte produzieren.
Die Massnahmen zum erweiterten sommerlichen Wärmeschutz machen sie meist überflüssig.
Die wichtigsten Massnahmen
Diese Checkliste fasst die wichtigsten Massnahmen zum erweiterten sommerlichen Wärmeschutz zusammen und hilft bei der Beurteilung von Gebäuden und Aussenräumen.
Fensterflächen in geeigneten Grössen anordnen
Fenster ausreichend verschatten
Oberflächenmaterialien in den Innenräumen mit hoher Wärmespeicherfähigkeit einsetzen
Dächer wärmedämmen
Dächer und Fassaden begrünen
Umgebungsflächen sickerfähig ausführen und naturnah begrünen
Grosskronige Laubbäume pflanzen
Helle Oberflächen im Aussenraum wählen
Regenwasser sammeln und wieder ausbringen
Nachtauskühlung über Fenster nutzen
Jede Rolle kann etwas beitragen
Was Hausbesitzende tun können
Umgebung naturnah gestalten
Mietparteien sensibilisieren und motivieren
Bei Erneuerungen den erweiterten sommerlichen Wärmeschutz mitplanen
Was Mietparteien tun können
Aussenliegenden Sonnenschutz konsequent bedienen
Nachtauskühlung nutzen
Pflanzen auf dem Balkon kultivieren
Zum Nachlesen
Publikationen der Energieagentur St.Gallen zum sommerlichen Wärmeschutz.
Ob Neubau, Erneuerung oder Aussenraumgestaltung: Wir geben Auskunft zum sommerlichen Wärmeschutz und zu den Anforderungen des St.Galler Energiegesetzes.